Diese allgemeinen Voraussetzungen werden von der Gruppe
der Mollusken erfüllt.
Eine einzelne Bioindikatorgruppe ist weder in der Lage,
die Gesamtheit aller denkbaren Umweltfaktoren repräsentativ
anzuzeigen, noch den Zustand der gesamten Lebensgemeinschaften
zu beschreiben. Es ist deshalb notwendig, zur Charakterisierung
und Bewertung von Räumen innerhalb der Umweltbeobachtung
mehrere Indikatorgruppen einzusetzen, die sich in ihrem
Informationsgehalt sowohl qualitativ als auch räumlich
und zeitlich ergänzen. In der Regel ergänzen
tierökologische Fachbeiträge vegetationstypologisch
ausgerichtete Lebensraumkartierungen und tragen somit
zu einer umfassenden Darstellung des Zustandes der Umwelt
bzw. seiner Veränderung bei.
Zumeist werden innerhalb der zu untersuchenden Tiergruppen
sehr bewegliche Taxa untersucht. Zu nennen sind folgende
Gruppen: Vögel, Amphibien, Reptilien, Tagfalter,
Heuschrecken und Libellen. Zumeist handelt es sich hierbei
um Tierarten mit komplexen Raumansprüchen, welche
die funktionalen Beziehungen zwischen verschiedenen
Lebensräumen verdeutlichen können.
Mollusken sind in der Regel wenig mobil und kommen
daher für diesen Teilaspekt der Untersuchung nur
eingeschränkt in Frage. Für die Dokumentation
der Veränderungen die unmittelbar auf einer Fläche
stattfindet sind Mollusken herausragende Indikatoren.
Schnecken sind als "Feuchthauttiere" von
den abiotischen Faktoren in ihrem Lebensraum unmittelbar
abhängig. Auf den Einfluß von Bodentyp, Bodenart,
pH-Wert, Bodenfeuchte, relativer Feuchte, Temperatur
und Belichtungsintensität auf die Schneckenfauna
haben u.a. ANT (1963), BRUNACKER & BRUNACKER (1959),
HAGEN (1952) und STROSCHER (1988) hingewiesen. Insofern
stehen die Mollusken an der Spitze der "Tierpyramide
der Bodenfauna" und sind hervorragende Indikatoren
zur Dokumentation der Bodenveränderung bzw. zum
Bodenschutz. Darüber hinaus sind viele Molluskenarten
auch stark spezialisiert.
|